Liebe Freundinnen und Freunde der Sprachküche!

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie und mit der eigenen Sprache und damit ineins mit der eigenen Kreativität als gestaltende Grundkraft unseres Leben – das ist das Feld, in dem die Sprachküche positioniert ist. Wir haben es hier mit einer alchemistischen Küche zu tun, die einen Prozeß der Reinigung ermöglichen soll. Über das eigene Wort lösen wir unsere Lebensessenz aus den Schlacken, die sich durch eine uneigentliche Seinsweise gebildet haben. In diesem Sinne dient die Sprachküche einer essentiellen Besinnung, einer Selbst-Besinnung, die zu einer Selbstbestimmung führt, zu einer Selbstergreifung im Sinne individueller Lebensgestaltung im Atemraum der Freiheit.

Denn erst wenn wir im eigenen Wort stehen, das wir durch Lebenserfahrung und tiefes Begreifen gewinnen, dann blicken wir hinter den trügerischen Schein, der uns glauben macht, daß sich unser Lebensfaden blind abspult, dann durchschauen wir die suggestiven Kräfte, die uns einzureden versuchen, daß wir einem anonymen Leben ausgeliefert sind.

Wer sich aber etwas einreden, wer sich etwas hinein-reden läßt, der verliert sein eigenes Wort, bevor er es gewonnen hat, und damit seine Integrität. Wem etwas hineingeredet ist, der befindet sich im Zustand der Fremdbestimmung, die des eigentlichen Menschseins Kehrseite ist – seine Verkehrung, seine Perversion (lat. perversus: verdreht, verkehrt).

Der Mensch ist dazu aufgerufen, sich im eigenen Wort aufzurichten und sich dergestalt (von) Selbst bestimmt als Teil der Menschengemeinschaft zu wissen.

Die einzige Risikogruppe sind jene, die ihre Selbstverantwortung abgegeben haben.

Wer unterwegs zur eigenen Sprache ist, wer die eigenen Worte als Essenz des Lebens findet, wer den schicksalhaften Urgedanken seiner Existenz aus dem Kokon der Illusionen herauswachsen läßt, der erlangt eine Immunität der Seele, eine schöpferisch-kreative Eigenkraft, die schwer zu beschreiben ist. Sehend zu werden heißt immer auch, immun zu werden gegenüber Viren, mögen diese physischer oder geistig-suggestiver Natur sein. Insofern gibt es nur eine Risikogruppe: Es sind jene, die ihre Selbstbestimmung und Selbstverantwortung abgegeben haben, sei es an Experten, Politiker, Gesundheitsämter, PCR-Tests oder Pharma-Konzerne.

Das Sich-selbst-abgegeben-Haben in der Fremdbestimmung, das Ausgesetzt-Sein suggestiven Angstgewalten, das Aufgehen in einem Angst-Kollektiv treibt den einzelnen Menschen, der verlustig seines eigenen Wortes nicht widersagt, in die Isolation. Wer auf die Straße geht, wird dies gut beobachten können. Erst die Entfaltung der Individualisierungskraft (die fälschlicherweise mit egoistischem Individualismus gleichgesetzt wird) öffnet den einzelnen Menschen für das große Ganze und läßt ihn verstehen, was schon Periandros von Korinth, der als einer der sieben Weisen Griechenlands gilt, im 6. Jahrhundert vor Christus gesagt hat:

Μελέτη τὸ πᾶν. Melete to pan. Trage Sorge für das Ganze.

Nur in der Herausbildung der Individualität finden wir das Samenkorn der Menschheit, der eigentlichen Humanität, und somit auch eine authentische ethische Gesinnung. Ohne Individualität, im Zustand der „Ent-Ichung“, bleiben wir ethischen Imperativen verhaftet, die äußerlicher Natur und somit nur moralische Etiketten sind, fremd unserem Wahrheitsempfinden (als ob es dieses nicht gäbe), aufgeklebt auf unserer Stirn wie das sprichwörtliche Brett vor dem Kopf. Der Weg zur Humanität und zur Menschlichkeit führt nur über den – oft schmerzhaften – Weg der Individualisierung, er führt gleichermaßen weg von der falschen Alternative, die in diesen Tagen Thema ist: Individualismus oder Kollektivismus.

Der pandemische Imperativ: ein manipulativ-suggestiver Beitrag zur Verbreitung der Pandemie.

Anders ausgedrückt: Solidarisch kann ich erst in der selbstverantwortlichen Selbstbestimmung sein. Im Selbst-Sein und nur in diesem bin ich in natürlicher Weise mit meinen Mitmenschen echt verbunden, das heißt in der Tiefe meines Empfindens, und nicht im pandemischen Imperativ eines Christian Drosten: „Handle in einer Pandemie stets so, als seist du positiv getestet und dein Gegenüber gehörte einer Risikogruppe an“. Der pandemische Imperativ hängt als Brett vor dem Kopf und ist als manipulativ-suggestiver Beitrag zur Verbreitung der Pandemie zu verstehen. Er ist zerstörerisch.

Die Immunität beginnt mit der Identität und mit der Integrität; kein Arzt und kein Gesundheitsamt kann mir die Verantwortung für meine Immunität abnehmen.

Der Verlust der Integrität gehört mittlerweile zum guten Ton und ist zum moralischen Maßstab der Herde geworden, jedenfalls in der offiziellen Welt. Corona zeigt uns dies. Die Maßnahmen sind keine Lösung des Problems, sie führen noch tiefer in das Problem hinein, da sie gegen die Integrität arbeiten und damit sukzessive die natürliche Immunität der Menschen korrumpieren. Wenn nicht wir mutieren, uns essentiell verwandeln, dann tun es die Viren, jedenfalls in einer Weise, die für uns immer bedrohlicher wird.

Will ich aber mein seelisches und physisches Immunsystem stärken, steht mir eine wirkungsvolle Medizin zur Verfügung: Es ist das furchtlose und selbständige Denken, das über den blanken Materialismus hinausweist und hineinreicht ist die geistig-seelischen Zusammenhänge. Jedem steht es frei, sich durch Denken innerlich zu kräftigen und zu immunisieren. Blindes Befolgen, panisches Ducken, ungeprüftes Übernehmen und ängstliches Warten auf eine technisch-medizinische Erlösung sind keine Maßnahme gegen Corona, sondern sind Corona als Bild der Fremdbestimmung. Das Virus und das Angstnarrativ sind dasselbe.

Immunität beginnt mit Individualität.

Einzig die Individualität als Garant des Denkens ist die nährende Mitte unseres seelischen und physischen Milieus. Ist dieses Milieu durch individuelles Denken erkraftet, dann haben geistige und physische Krankheitserreger wenig Chance. Haben wir aber die innere Führung unserer Individualität verloren, dann sind wir Einflüssen und Einflüsterungen ausgesetzt, die unser seelisches und physisches Milieu mehr und mehr vergiften. Da können wir noch viele „pandemische Imperative“ und moralische Etiketten mit moralischer Selbstgewißheit vor uns hertragen, sie sind nicht mehr als ein Haus, das auf Sand gebaut ist. Und die nächste Welle kommt bestimmt.

Gerade heute ist es notwendig, diesen individuellen Selbststand zu finden und zu festigen – sein seelisches Milieu einzig der inneren Führung zu überlassen, dem Selbstsein. Nur so gewinnen wir die ersehnte Immunität, nicht nur gegenüber dem Corona-Virus, sondern auch gegenüber dem angsteinflößenden und traumatisierenden Pandemie-Nachrichtengetöse.

In diesem Sinne bin ich mir dank der Corona-Krise noch klarer geworden, worum es in meiner Tätigkeit als Spracharbeiter und Impulsgeber geht: um das Wachrufen kreativer Freiheitskräfte im Sinne einer Selbstergreifung und Selbstbestimmung durch die Sprache.

Im kreativ-biographischen Schreibakt erschreiben wir uns einen von Individualität getragenen seelischen Ort in einer Welt, die momentan zwischen Angst, Paranoia und Totalirrsinn schwankt. Wir halten inne. Im Innehalt beim Essentiellen des Lebens lassen wir uns nicht weg- und fortreißen, wir sind immun gegenüber suggestiv-viralen Kräften (besser: Un-Kräften). Im Innehalt sind wir allererst imstande (im Stande), uns in unserem essentiellen Selbst-Sein zu ergreifen.

Meine Kurse dienen dem essentiellen Selbststand, der Weg geht über die Sprache. Ich danke und ich weiß: In den Seminaren und Workshops teilen wir unsere Worte und Gedanken, unsere Erfahrungen und Einsichten, unsere Zeit. Unser Gespräch läßt uns begreifen, daß unser Leben ein Geschenk und eine wunderbare Chance ist. Wir nehmen Anteil am Leben des anderen und erzählen aus unserem Leben. Wir hegen tiefen Respekt vor der Geschichte des anderen – und vor der eigenen Geschichte. In diesem Land der Geschichten, die wie Ströme sind, werden wir des gemeinsamen Grundes gewahr, der uns alle verbindet, und reichen uns das universale Heilmittel: das Vertrauen.

Ein erster Schritt in diese Richtung ist der schriftliche Dialog. Ich lade hiermit alle herzlich ein, mir zu schreiben. Schreibt mir Eure Gedanken, Wünsche, Fragen und Anregungen.

Ich werde antworten.

Ich freue mich auf eine rege Anteilnahme!

Ich wünsche Euch alles Gute und ein starkes Herz!

Euer Rolf Gregor Seyfried